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DropShipping Erfahrungen: Vom Hobby zum Vollzeitunternehmen

Der Handel per DropShipping erleichtert Gründer und angehende Unternehmer von einer ganzen Reihe an finanziellen Verpflichtungen, Kosten und Arbeitsschritten. Anstatt Verkaufsprodukte im Vorfeld selber einzukaufen und vorfinanzieren zu müssen, werden diese beim jeweiligen Lieferanten belassen und im Falle von Bestellungen direkt von dort aus an den Endkunden versendet.

 

DropShipping-Unternehmer benötigen also weder ein sonderliches Startkapital noch ein eigenes Lager oder entsprechendes Logistikpersonal. Außerdem bleibt ihnen im Arbeitsalltag ausreichend Zeit, um sich um ihr Sortiment, Kunden und die Vermarktung ihrer Angebote zu kümmern. Der Start als DropShipper ist deutlich einfacher zu vollziehen als im vergleichbaren klassischen Online-Handel. Aber es sind auch hier bestimmte Regeln, Schritte und Reihenfolgen einzuhalten, um die Erfolgsaussichten zu optimieren und das Risiko des Scheiterns zu reduzieren.

 

Vorteil für den Start mit DropShipping - Erfahrungen mit Produkten sind bereits vorhanden

Wie in jedem anderen Geschäftsbereich beginnt die Planungs- und Vorbereitungsphase auch hier mit der Entwicklung einer zündenden Geschäftsidee. Hierin wird vor allem festgelegt, welche Produkte an welche Zielgruppen verkauft werden sollen. Es hat sich in der Praxis bewährt, wenn angehende Unternehmer bei der Entscheidung für einen bestimmten Verkaufsbereich ihre eigenen Interessen, Fähigkeiten, Kenntnisse oder Hobbys in den Vordergrund stellen. Die erleichtert dauerhaft die Motivation und hilft zudem dabei, in Bezug auf das Sortiment und die Bedürfnisse der Kunden die richtigen Entscheidungen zu treffen.

 

Positive Erfahrungen mit DropShipping: der Webshop endlichzuhause.de

Im Online-Shop des erfolgreichen Unternehmers Alexander Hupe ist der Name Programm. Unter www.endlichzuhause.de bietet der Hobby-Webdesigner und Freizeit-Programmierer seiner schnell wachsenden Käuferschaft eine breite Palette von Produkten rund um ein schönes Zuhause, einen gastlichen Tisch und eine funktionale Küche an. Gestartet wurde das Handelskonzept bereits im Jahre 2005. Damals allerdings noch als reines Hobbyprojekt. Erst seit 2007 wird das Unternehmen in Vollzeit betrieben. Während der ersten beiden Jahre hat sich das Handelsvolumen dabei jeweils verdoppelt. Heute beliefert das Unternehmen seine Kunden mit rund 4.000 verschiedenen Artikeln. Der Zugriff auf das breite Sortiment erfolgt über eine anschauliche und transparente Navigation. Der Kunde wählt hierbei zunächst zwischen den Themen „Tisch und Tafel“, „Schöner Wohnen“, „Moderne Küche“ und „Geschenke“ aus, um so in die detaillierteren Einkaufswelten zu gelangen. Die beliebtesten Kategorien sind aktuell Geschirr, Besteck, Vasen, Töpfe, Pfannen und Woks.

 

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Die Einführung von DropShipping: die Erfahrungen von Unternehmer Alexander Hupe

Von Beginn an sorgten bei Alexander Hupe die Anforderungen in Sachen Lagerhaltung und Versandlogistik für eine besondere Belastung. Da keine ausreichende Lagerfläche zur Verfügung stand, wurden die einzelnen Produkte meist erst nach der Bestellung durch den Endkunden bei den jeweiligen Lieferanten geordert. Dies führte zu langen Lieferzeiten, die moderne Verbraucher heute nicht mehr bereit sind zu akzeptieren. Eingehende Sendungen wurden darüber hinaus eigenhändig verpackt und versandfertig gemacht, was zu mancher Nacht- und Wochenendschicht führte. Um die Voraussetzungen für ein weiteres gesundes Wachstum zu schaffen und gleichzeitig die Belastungen der eigenhändigen Logistik zu reduzieren, entschied sich der Unternehmer seit 2008 für die Einführung eines DropShipping-Konzepts. Im Gespräch berichtet Alexander Hupe über seine Anfänge im Online-Handel und seine Erfahrungen mit dem Handel per DropShipping.

 

1. Seit wann gibt es Ihr Unternehmen?

DropShipping-Unternehmer Alexander Hupe: Gestartet haben wir als Hobbyprojekt 2005, als "Vollzeitunternehmen" arbeiten wir seit 2007.

 

2. Wie kamen Sie auf die Idee, einen Geschirr- und Besteckshop zu eröffnen?

Hupe: Ich hab mich privat schon immer für stylische Webseiten interessiert, dafür, wie man Produkte gut visuell präsentieren kann. Als Hobby-Webdesigner und -Programmierer hab ich "nebenbei" schon den einen oder anderen Shop aufgesetzt und betreut. Einige davon wurden mit der Zeit recht erfolgreich - warum dann nicht auch selbst so etwas machen?

Eines wusste ich jedoch: Ich wollte nie Artikel mit einer Netzschnur verkaufen - hier gab es schon 2005 den totalen Preiskampf im Internet. Da war eigentlich ein Shop zum Thema Haus und Wohnen genau das Richtige. Die Preise waren noch relativ in Ordnung bzw. schwer zu vergleichen und man konnte mit geeigneten Bildern einen schönen, ansprechenden Shop gestalten.

Auf der Suche nach Dekorationsartikeln bin ich dann beim Großhändler Ritzenhoff&Breker gelandet. Letztendlich hat sich dann das Geschirr als Hauptkategorie durchgesetzt, wahrscheinlich, weil es zu der Zeit die absolute Nische war.

 

3. Spielte DropShipping von Anfang an eine Rolle und wie kamen Sie darauf, Ihre Waren via DropShipping zu verkaufen?

Hupe: Anfangs haben wir selbst gepackt. Das war sehr aufwändig. Wir brauchten eine Menge Verpackungsmaterial, Füllstoffe, eine Rampe für Paletten, Regale, Hubwagen und, und, und. Die Ware bestellten wir meist erst, nachdem sie von Kunden geordert wurde, für eine richtige Lagerhaltung hatten wir gar keinen Platz. Ein Problem bei diesem Verfahren war dadurch eine mindestens einwöchige Lieferzeit. Ich denke, das wäre heute bei den meisten unserer Kunden nicht mehr akzeptabel.

 

4. Beschreiben Sie biite Ihren bisherigen Werdegang.

Hupe: In den ersten 1-2 Jahren, in denen wir selbst gepackt haben, bauten wir eine immer bessere Beziehung zum Großhandel auf. Er sah, dass wir kontinuierlich wuchsen und verlässliche Partner waren. Irgendwann wurden wir mal zu einem Gespräch eingeladen, und es wurde uns das DropShipping angeboten. Damals hatten wir ca. 1000 Artikel im Sortiment und haben uns wirklich rasant entwickelt. Ich denke noch voller Grauen an die Vorweihnachtszeit 2007 zurück. Zu diesem Zeitpunkt waren wir am Ende unserer Kapazitäten angelangt. Am 23.12. packten wir noch bis Mitternacht und füllten Heiligabend vormittags noch einen LKW. Das sollte dann aber unsere letzte "Selbstpack-Saison" sein.

Anfang 2008 begann dann eine 4-monatige Entwicklungszeit an der Schnittstelle. Ab Mai 2008 versenden wir ausschließlich per DropShipping. Unser Wachstum ist nicht mehr ganz so rasant wie die ersten beiden Jahre (in diesen haben wir uns jeweils verdoppelt), jedoch schaffen wir jährlich immer noch 20-30%. Aktuell haben wir ca. 4000 Artikel im Sortiment.

 

5. Worin sehen Sie die Vorteile bei DropShipping?

Hupe: Es gibt mehrere Vorteile. Zum einen vermeidet man durch die fehlende Lagerhaltung eine nicht zu unterschätzende Kapitalbindung. Weiterhin sparen wir Ressourcen wie Lagerraum, Verpackungsmittel, Verpackungstechnik und natürlich auch Personal. Da unser Großhandel personell gut ausgestattet ist, können Aufträge auch in Spitzenzeiten (wie im Weihnachtsgeschäft) gut abgearbeitet werden.

Da der Großhandel oft schon gute Verträge mit Logistikern hat, kann man über diese Schiene meist auch recht günstig mit versenden - die Handlingkosten amortisieren sich dadurch zu Teil.

 

6. Gibt es aus Ihrer Sicht auch Nachteile im DropShipping-Handel?

Hupe: Definitiv. Es ist ein immenser technischer Aufwand nötig, um sämtliche logistischen Schritte automatisiert im jeweiligen Warenwirtschaftssystem abzubilden. Die Bestellbearbeitung soll für den Kunden ja so transparent wie möglich ablaufen. Um korrekte Aussagen an der Kunden-Hotline zu treffen, benötigt man ständig einen aktuellen Bearbeitungsstatus. Was ist mit Rückständen, wie ist die Paketnummer? Ist die Ware schon raus? 1 oder 2 Pakete? Ist die Retoure schon wieder da?

Schwierigkeit bei der Anbindung an das bestehende Warenwirtschaftssystem ist oft die teilweise veraltete oder proprietäre Software beim klassischen Großhandel bzw. mangelnde Schnittstellen.

Ein weiterer Nachteil ist die Abhängigkeit vom DropShipping-Lieferanten. Es soll vorgekommen sein, dass dieser nach einer Weile einen eigenen (Hersteller-)Shop eröffnet hat und somit dem DropShipper aus eigenem Hause Konkurrenz machte. Hier ist schon ein gewisses Vertrauen bzw. eine vertragliche Abstimmung nötig.

Setzt man mehrere DropShipping-Lieferanten ein, kann es zu Überschneidungen innerhalb einer Bestellung kommen. Daraus resultieren dann mehrfache Handling- und Portokosten je Auftrag. Das ist dann nicht immer wirtschaftlich.

 

 

7. Beziehen Sie Ihre Produkte von einem oder mehreren DropShipping-Lieferanten?

Hupe: Mittlerweile von mehreren.

 

8. Wie sind Ihre Erfahrungen bzgl. der Lieferfähigkeit und der Lieferzeit im DropShipping-Handel?

Hupe: Damit sind wir wirklich zufrieden, wir haben oft einen 24h-Versand, das könnten wir selbst nicht gewährleisten.

 

9. Wie handhaben Sie Widerrufe Ihrer Kunden? Wird die Ware von Ihrem Lieferanten zurückgenommen?

Hupe: Ja. In jedem Paket befindet sich ein Retourenaufkleber mit Empfänger unsere c/o-Adresse beim Großhandel. Dort wird die Ware wieder eingelagert und wir erhalten eine Gutschrift abzüglich einer Retouren-Handling-Gebühr. Die Rückmeldungen kommen dann per Fax und wir erstellen dann die Kundengutschrift. Dieser Prozess ist sehr umständlich, aber zum Glück halten sich unsere Retouren in Grenzen.

 

10. Welche Ziele haben Sie sich für die Zukunft gesteckt und welche Tipps können Sie aus Ihren Erfahrungen im DropShipping-Handel geben?

Hupe: Wir haben im letzten Herbst auf eine neues Warenwirtschaftssystem gewechselt, um die normalen Standard-Prozesse besser automatisieren zu können. Das ist uns zu einem großen Teil schon gelungen - nun gilt es noch, den letzten Feinschliff zu machen. Nächstes Ziel ist eine Sortimentserweiterung, hier gab es schon erste Gespräche.

Aus meiner Erfahrung ist die Einführung eines DropShipping-Systems beim Großhandel ein nicht zu unterschätzender Aufwand. Die zugrundeliegenden Prozesse unterscheiden sich oft stark. Daher kann ich neuen Shopbetreibern nur dazu raten, Geduld zu haben und im Zweifelsfall den Versand erst einmal selbst durchzuführen. Man bekommt nebenbei auch ein Gespür für die Ware, die man verschickt und kann kompetenter auf Kundenfragen antworten. Wenn die Umsatzzahlen steigen, kann man das Versandsystem immer noch auf DropShipping umstellen.

 

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Über den Autor Sebastian Huke

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